Mittwoch, 25. April 2012

Interview: Auf Bewährung















UP THE PUNKS: Also Archi! Stell euch mal kurz vor. Wann habt ihr AUF BEWÄHRUNG gegründet, wie kam es zum Bandnamen, wie viele seid ihr und wer bedient welches Instrument?


Archie:  Jo, moin erstmal und Danke für's Interview. AUF BEWÄHRUNG gibt's seit Anfang 2006, das erste "richtige" Konzert haben wir im Mai 2006 gespielt. Der Bandname war eine Schnapsidee von unserem Gitarristen, da steckt nix Spannendes dahinter, klingt einfach gut und sieht rebellisch aus, wenn man ihn sich tattoowieren lässt. Hehe.
Wir sind 4 Leute: Schmedder an den Drums, Marv am Bass, Maddin an der Gitarre und ich spiel auch an der Gitarre und singe. Nicht zu vergessen ist aber auch unser Proberaum-"Vermieter"/Fahrer/Mercher Henner, der eigentlich immer am Start ist, wenn man uns irgendwo antrifft. (Fettes Danke auf diesem Weg.


UP THE PUNKS: Habt ihr ab da auch angefangen regelmäßig zu proben? Manchmal gibt's da ja Komplikationen wegen Arbeit oder verschiedenen Wohnorten. Wie lief das bei euch?

Archi: Damals haben wir alle noch ziemlich dicht beieinander gewohnt. Da wurde so ziemlich jedes Wochenende von morgens bis abends exzessiv "geprobt". Da hatten wir es auch echt nötig. Wir hatten alle keine richtige Banderfahrung und auch Musikunterricht hat keiner von uns genommen. Heute sieht das Alles ein bisschen anders aus, wir wohnen an 4 verschiedenen Orten - ich sogar 300 Kilometer weg von den Anderen. Da ist das schon etwas schwieriger. Wenn wir heute einmal im Monat proben, dann sind wir gut. Zum Glück spielen wir recht häufig live, das gleicht das Probedefizit ein wenig aus.


UP THE PUNKS: Wie macht ihr das mit neuen Songs? Schreibt ihr alle zusammen oder jeder für sich allein? Und welche Themen sind euch zur Zeit am Wichtigsten? Gibt's da bestimmte Sachen, die ihr am liebsten besingt?

Archie: Puh... Eins nach dem anderen: Die meisten unser Songs schreibe ich, Marv hat für's neue Album einen kompletten Song und einige Textschnipsel beigesteuert. Musikalisch hab ich dann meistens auch schon eine Grundidee, die ich den anderen schicke (wir leben ja im modernen Zeitalter) und wo sich dann im Idealfall jeder was überlegt, bis wir uns das nächste Mal treffen. Also vom Schlagzeug spielen hab ich keine Ahnung, Marv hat einfach den besseren Riecher was Bassläufe angeht und für Gitarrensoli bin ich einfach ein zu schlechter Gitarrist. Also steuert schon jeder seinen Teil bei.

Themen sind meistens so Sachen die mich anpissen! Wenn ich schlechte Laune hab, setz ich mich hin und schreib drüber - hab ich gute Laune geh ich lieber raus und hab Spaß. Vorallem auf den ewig langen Zugfahrten sind einige der Songs entstanden.
Ich persönlich singe am Liebsten Songs darüber, wofür man "das" alles macht, wofür es sich lohnt zu kämpfen (ob nun politisch oder auch persönlich) oder halt auch wogegen man kämpfen sollte. In erster Linie gegen Unterdrückungsmechanismen wie diese ignorante Ellenbogengesellschaft, Leistungsdruck und gegen Faschisten, Rassisten und andere Arschlöcher. Um es mit einer ausgelutschen Phrase zu beantworten: Wir wollen unsere Hörer dazu ermuntern ein freies, selbstbestimmtes Leben ohne irgendwelche Zwänge zu bestreiten.


UP THE PUNKS: Nachvollziehbar! In diesem Sommer erscheint euer dritter Longplayer, richtig? Was können eure Fans erwarten? Bleibt alles beim Alten oder habt ihr auch ein wenig rumexperimentiert?

Archie: Also wir sind grade in den letzten Zügen was Mixing/Mastering und Artwork angeht. Wir hoffen, das ganze im Mai auf den Markt schmeißen zu können, spätestens aber im Juni. Zeit wirds. 2008 kam unsere erste EP, 2009 kam unser Debütalbum - also viel Zeit verstrichen. Wir haben viele Konzerte gespielt und wollten diese Energie und diesen Sound auch auf die Platte bannen, darum haben wir lange überlegt WO wir aufnehmen. Letztendlich haben wir uns für Janko (Schrathaus Produktion) in Greifswald entschieden, der auch die letzten COR-Platten aufgenommen hat. War eine gute Entscheidung, wie wir finden. Eine weitere gute Entscheidung war, das Artwork von Daniel (xDUDEOFDEATHx art&illustration) machen zu lassen. Das wird richtig geil!
Natürlich hat sich beim neuen Album einiges geändert, sonst wär's ja langweilig. Wir wollten alles bisschen dreckiger, schneller, härter haben, so wie wir halt mittlerweile auch live sind. Ein paar Experimente haben wir auch gemacht - eine Orgel hier, eine Mundharmonika da. Ich hab mich auch mal an ein Liebeslied gewagt, wo ich richtig "singen" musste. War komisch... Da bin ich gespannt, was die HörerInnen später sagen.


UP THE PUNKS: Denk mal zurück. Gab es ein, für dich, ganz besonderes Ereignis innerhalb der Band, welches du als Höhepunkt eurer Karriere bezeichnen würdest? 

Archi: Für mich persönlich war das unser Samplerbeitrag zum AGGROPUNK Vol. II-Sampler und das dazugehörige Konzert im vergangenen November im SO36 auf der AGGROPUNK-TOUR mit KOTZREIZ, FAHNENFLUCHT und MOLOTOW SODA. Da stehen wir "kleine Kackband" plötzlich auf der Bühne von dem Laden, wo wir schon einige geile Konzerte als Zuschauer erlebt haben. Dort war alles sehr professionell, aber auch sehr geil.
Prinzipiell ist es aber auch einfach der Hammer in einen Ort zu fahren, von dem ich vorher noch nie gehört habe, dort auf einer winzigen Bühne zu stehen und die Leute singen unsere Lieder mit. DAFÜR machen wir das!


UP THE PUNKS: Im Song "Hass wie noch nie" sprecht ihr euch klar gegen die Grauzone aus. Habt ihr schon Konzerte abgesagt, weil ihr mit dazugehörigen Bands, die Bühne hättet teilen müssen?

Archi: Genau, der Song spiegelt schon eigene Erfahrungen wieder. Wir haben, da brauchen wir uns nix vormachen, zu Beginn unserer Karriere viel Mist gespielt, einfach aus der Motivation heraus "ein Konzert, ist ein Konzert, ist ein Konzert!". Das würden wir heute nicht mehr machen.

Eine unserer Absagen hat durch eine Verlinkung bei OireSzene eine ziemliche Welle gemacht. Wir wurden danach zwar anonym beleidigt und sogar bedroht, aber im Endeffekt war es die richtige Entscheidung. Grade vor kurzem hab ich zwei Konzerte abgesagt, wo "zwielichtige" Bands auftreten sollten, die mir nicht bekannt waren. In solchen Fällen sind wir immer offen für Stimmen von außerhalb und machen uns dann ein Bild und entscheiden differenziert, wo wir spielen und wo nicht.


UP THE PUNKS: Und die letzte Frage. Gibt es ein gewisses Ziel was ihr als Band noch unbedingt erreichen möchtet? Beispielsweise ein riesen Festival oder vielleicht doch die VIVA TOP 20?

Archi: Ziele sind immer interessant. Das dichteste Ziel ist erstmal das Album-Release und dann SPIELEN, SPIELEN, SPIELEN! Wir haben so eine "geheime ungeschriebene Band-Ziel-Liste", wo wir immer mal wieder Sachen abhaken - da wir alle aus der Region kommen, würden wir zum Beispiel gerne mal beim FORCE ATTACK spielen, grade jetzt wo es wieder besser wird, was das Line-Up angeht. Ein Ziel, welches bald erfüllt wird, ist ein Konzert zusammen mit DRITTE WAHL, das Vergnügen werden wir auf dem diesjährigen BURNING SUMMER haben.

Prinzipiell ist das Ziel, solange wie möglich zusammen Mucke zu machen, so viel rumkommen wie nur möglich und irgendwann unseren Enkelkindern von einer geilen Zeit erzählen zu können. Hehe!


UP THE PUNS: Sehr interessant! Ich wünsche euch auf jeden Fall alles Gute auf eurem Weg als Band und bedanke mich.

Archi: Danke! Hat Spaß gemacht. Interessante Fragen.




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