Montag, 9. Januar 2017

Review: Toylettes - Achtzigertyp (2016)

2016 hatte tatsächlich noch eine Überraschung zum Jahresende parat. Toylettes veröffentlichten ihre erste EP auf Vinyl und damit lässt sich die Wartezeit bis zum Re-Release des Tapes von 2015 (auf Vinyl) zum Glück bestens überstehen. Durch das besagte Tape bin ich Ende 2015 zum ersten Mal auf Toylettes gestoßen, welches es zum Glück auch for free bei Bandcamp gab/gibt und war erstmal überrascht vom Sound der Band. 2015 hatte an deutschsprachigen Punk zwar den einen oder anderen Knaller zu bieten (man denke vor Allem an die grandiose Mit Schinken durch die Menopause von Pisse oder die astreine dritte EP aus dem Hause Kackschlacht) aber etwas vergleichbares ist mir in den letzten Jahren nicht zu Ohren gekommen. Toylettes spielen schlichten Punk, haben sich aber zur üblichen Gitarre/Schlagzeug/Bass-Konstellation noch einen Synthesizer gegönnt. Die etwas dürftige Aufnahme des Tapes ist für mich wie immer kein Kritikpunkt führt aber leider dazu dass nicht jeder Text immer verständlich ist.
Nun aber zu Achtzigertyp. Für die Aufnahme zeichnet sich ein mysteriöser Edgar Lend verantwortlich. Der ist so korrekt, dass er Bands mit wenig Kohle bei den Aufnahmen unter die Arme greift.
Qualitativ ist das voll in Ordnung für mich und mir gefällt was ich höre. Auch beim Tape haben mir schon die teils echt witzigen Lyrics super gefallen, was wohl auch ein ausschlaggebender Punkt ist, weshalb die Band bei mir so hängengeblieben ist.

"Süße, kleine Tiere die auf Monitoren stehen, sind sicher nicht die Lösung, sind mehr Teil des Problems. Süße kleine Tiere, die für Frühstücksflocken werben, schauen erst so lieb und stürzen dich dann ins Verderben."
- Kleine Tiere

"Immer geradeaus / immer hintendran / immer an der Leine / Polonaisendrang" (...)
"Ich greif dir ans Schulterblatt, ich fühl mich gut und bleib für immer hinter dir" -
Polonaisendrang

Polonaisendrang hat es übrigens als einziger Song vom Tape auch auf die neue EP geschafft, was mich etwas überrascht hat. Nicht dass ich den Song nicht cool fände aber ich glaube ich hätte mir Glatteis oder Abgeschminkt gewünscht, aber wen interessiert das schon.?
Mit dem gleichnamigen Opener von Achtzigertyp hatte ich auch sofort meinen Ohrwurm für die nächsten 2 Wochen weg und das obwohl ich den Text nicht mal richtig kenne. Aber irgendwas mit knalligen Jeans, weißen Turnschuhen und Vokuhila ist immer gut. Ist ne super Kombi.
Mit Egal ist ein netter kurzweiliger Song an der Reihe, der ausschließlich vom Gitarristen gesungen wird. Ich erwähne das, weil ein Großteil der Songs vom Mädchen am Mikrofon übernommen werden, dessen Gesang die Songs auch sehr prägt und einige wahrscheinlich auch nicht den vergleichbaren "Hitfaktor"  hätten, würden sie nicht von ihr gesungen. Egal geht super ins Ohr und ich bin mir sicher auch der voll trunkenste Punk im Publikum wird textsicher sein. "Was ich tu ist dir egal. Was du tust ist mir egal. Was ich tu ist dir egal. Was du tust ist mir egal. Überleben. Überleben. Was ich tu ist dir egal. Was du tust ist mir egal. Was ich tu ist dir egal. Was du tust ist mir egal. Drüber reden. Drüber reden" Zum Ende kommt dann mit Femme Fatal noch ein Song mit imposanten Oh- Oh- Oh-Chorus um die Ecke, der super ins Ohr geht und die EP super abrundet.

Zum Abschluss bleibt nur zu sagen nehmt euch der Scheibe mal an, hört zu und lasst der Band doch auch einfach ein paar Groschen da. Mein Anspieltipp für jeden geneigten Hörer von minimalistischem Punkrock, female vocals und Synth-Einfluss. Damit kommt ihr gut durch den Winter!







Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen